Die Musik – tanzbare Geschwindigkeiten

Die heute verfügbare Popularmusik bietet eine breites Spektrum von tanzbarer Musik über die letzten 90 Jahre hinweg. Doch wie erkenne ich tanzbare Musik, und welche Songs soll ich für meine Tanzaktivitäten auswählen?

Bei der Auswahl der Tanzmusik kommt es auf verschiedene Aspekte an:

 

  • Der richtige Rhythmus
    Jeder Tanz basiert auf einem eigenen, typischen Rhythmus. So basieren Langsamer und Wiener Walzer auf einem 3/4-Takt. Die meisten der Standard- und Latein-Tänze basieren auf einem 4/4- oder 2/4-Takt, der jedoch, zum Beispiel im Latein-Bereich, durch den Einsatz komplexer Percussion oft nur noch schwer als solcher zu erkennen ist. Insbesondere das Finden des Taktbeginns, also des ersten Schlages stellt dann häufig eine Herausforderung dar (z.B. bei der Rumba).

  • Der Geschmack des Publikums
    Sicher der schwierigste Aspekt bei der Auswahl, denn jeder Mensch hat einen anderen Musikgeschmack. Man kann hier lediglich anhand des durchschnittlichen Alters der Tänzer und der Anzahl tanzender Paare auf der Tanzfläche grobe Rückschlüsse ziehen, welche Musik aus welchem Jahrzehnt am besten ankommt.

  • Die richtige Geschwindigkeit
    Die Geschwindigkeit von Musik wird gemessen in „beats per minute“ oder auf Deutsch in „Schläge pro Minute“ oder alternativ in Takten pro Minute. Für jeden der Standard- oder Latein-Tänze existiert ein Geschwindigkeitsbereich, in dem die Schritte und Figuren tanzbar sind.

Während der richtige Rhythmus und der Geschmack des Publikums vornehmlich auf Erfahrungswerten und Intuition basieren, lässt sich die Geschwindigkeit klarer fassen. Die folgende Liste gibt einen Überblick über die üblichen Geschwindigkeitsbereiche der einzelnen Tänze in beats per minute - bpm und Takte pro Minute - T/m :

 

Tanz beats per minute  
Takte pro Minute 
Langsamer Walzer  
084 – 090 
28 – 30
Wiener Walzer 174 – 180 
58 – 60
Tango 118 – 132 
30 – 33
Quickstep 200  208
50 – 52
Slow Fox 112 – 120 
28  30
Jive 072 – 088 
36  44
Cha-Cha-Cha 120 – 128 
30  32
Rumba

088 – 112 

22  28

Samba

088 – 106 

44  53

Salsa 100 – 108 
25  27
Discofox 120  130 
30  32
Tango Argentino 100 – 130 25  32
Paso Doble 116 - 124 58  62

 

Auf dem Markt gibt es eine Reihe von spezialisierten Anbietern für Tanzmusik (z.B. Casa Musica oder Dancelife). Hier werden zumeist Hits aus verschiedenen Jahrzehnten gecovert und dabei an die Bedürfnisse der Tanzmusik in Geschwindigkeit und Rhythmus leicht angepasst. 
Der einfachste Weg zur Tanzmusik ist damit der Erwerb entsprechender CDs oder der Kauf von Download-Alben. Geschwindigkeit und Tanz sind bei den Titeln üblicherweise angegeben (Auf dem CD-Cover oder im Dateinamen).

Möchte man sich selbst auf die Suche nach tanzbarer Musik im Bereich der Originale machen, stellt sich die Frage, wie man die Geschwindigkeit der in Frage kommenden Lieder prüfen kann und wie man sie gegebenenfalls beeinflussen kann, falls der Song gerade eben ein wenig zu schnell oder langsam ist.

Im Computerzeitalter, in dem der Übergang von der klassischen Schallplatte oder der Compact-Kassette zum digitalen Medium vollzogen wurde, ist die Antwort hierauf der Einsatz einer geeigneten Software und das Abspielen über das Smart-Phone, Laptop oder den Desktop Computer. Für den Privatbereich bieten sich hierfür diverse DJ-Programme/Apps für das Abspielen, Messen und Beeinflussen der Geschwindigkeit an.

Besonders hilfreich ist dabei eine Funktion, die die Änderung der Geschwindigkeit ohne die gleichzeitige Änderung der Tonhöhe erlaubt. Dies vermeidet den Micky-Mouse-Effekt. Bei den PC-Programmen ist diese Funktionalität durchaus bereits in Freeware Programmen (z.B. Virtual DJ Free von Atomix Productions) enthalten. Bei den Apps wird sie üblicherweise nur in den Bezahl-Versionen unterstützt (z.B. DJ Studio 5 von Beatronik).

Zusammen mit einem geeigneten Lautsprechersystem steht damit dem freien Training nichts mehr im Wege. 

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